Pflege · 6 Min Lesezeit
Saunaholz reinigen: Mittel, Werkzeug und was dem Holz schadet
Saunaholz schonend reinigen: geeignete Mittel und Werkzeuge, Grundreinigung Schritt für Schritt, Schweißflecken entfernen und was dem unbehandelten Holz schadet.
Das Holz einer Sauna ist ständig Feuchtigkeit, hohen Temperaturen und direktem Hautkontakt ausgesetzt. Damit Bänke, Wände und Rückenlehnen über Jahre hinweg hygienisch und optisch ansprechend bleiben, braucht es eine passende, aber schonende Reinigung. Dieser Beitrag zeigt, welche Mittel und Werkzeuge sich für Saunaholz eignen, wie eine gründliche Reinigung abläuft und was dem Holz eher schadet als nützt.
Warum Saunaholz eine besondere Pflege braucht
Anders als lackiertes oder versiegeltes Holz bleibt Saunaholz meist unbehandelt, damit es Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann, ohne aufzuquellen oder zu reißen. Diese Offenporigkeit macht das Holz allerdings auch empfänglicher für Schweiß, Hautfette und Feuchtigkeit, die sich mit der Zeit in der Oberfläche festsetzen können. Eine regelmäßige, aber schonende Reinigung verhindert, dass sich diese Rückstände dauerhaft im Holz festsetzen und Flecken oder Gerüche hinterlassen.
Meist werden für Saunen helle, harzarme Holzarten wie Espe, Linde oder nordische Fichte verwendet, gerade weil sie sich bei hohen Temperaturen vergleichsweise ruhig verhalten und nur wenig Harz austreten lassen. Dennoch bleibt jede dieser Holzarten empfindlich gegenüber falscher Reinigung: Zu aggressive Mittel oder zu viel Feuchtigkeit auf einmal setzen der offenen Struktur stärker zu als bei behandelten, versiegelten Hölzern anderswo im Haus.
Geeignete Reinigungsmittel für Saunaholz
Für die laufende Reinigung reicht in den meisten Fällen klares, lauwarmes Wasser mit einem weichen Tuch oder Schwamm völlig aus. Bei stärkerer Verschmutzung eignen sich spezielle, für Saunaholz vorgesehene Holzreiniger, die auf den natürlichen, unbehandelten Zustand des Holzes abgestimmt sind. Von normalen Haushaltsreinigern, insbesondere solchen mit starken Duftstoffen oder aggressiven Inhaltsstoffen, ist abzuraten, da sie im Holz verbleiben und sich beim nächsten Saunagang durch die Hitze wieder verflüchtigen können.
Manche greifen ergänzend zu stark verdünntem, klarem Essigwasser als mildem, natürlichem Reinigungsmittel. Falls diese Variante verwendet wird, sollte die Konzentration sehr gering gehalten und anschließend gründlich mit klarem Wasser nachgewischt werden, da Essigreste im Holz sonst ebenfalls beim Erhitzen wieder wahrnehmbar werden können. Grundsätzlich gilt: Weniger ist bei Saunaholz meist mehr, da die Oberfläche empfindlicher reagiert als etwa lackierte Möbel im Wohnbereich.
Welche Werkzeuge sich eignen
Zur Reinigung eignen sich weiche Bürsten, Schwämme oder Tücher, die die Holzoberfläche nicht verkratzen. Für schwer zugängliche Fugen zwischen den Brettern helfen kleinere Handbürsten mit weichen Borsten. Von harten Metallbürsten, Scheuerschwämmen mit rauer Oberfläche oder Hochdruckreinigern ist abzusehen, da sie die empfindliche, offenporige Struktur des Holzes beschädigen und aufrauen können, was wiederum die Anfälligkeit für neue Verschmutzung erhöht.
Für die Trockenreinigung zwischendurch eignet sich außerdem ein weicher Handfeger oder ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz, um losen Staub und Hautschuppen von Bänken und Boden zu entfernen, ohne dass dafür gleich Feuchtigkeit eingesetzt werden muss. Diese trockene Zwischenreinigung lässt sich problemlos häufiger durchführen als die feuchte Grundreinigung.
Schritt für Schritt: die Grundreinigung
Zunächst werden loser Staub und Schmutz trocken abgewischt oder abgesaugt. Anschließend wird die Oberfläche mit einem feuchten, gut ausgewrungenen Tuch oder einer weichen Bürste in Richtung der Holzmaserung gereinigt – quer zur Maserung zu arbeiten, kann feine Fasern aufreißen. Bei stärkeren Verschmutzungen kommt ein für Saunaholz geeigneter Reiniger in der vom Hersteller angegebenen Verdünnung zum Einsatz. Zum Abschluss wird mit einem in klarem Wasser ausgespülten, gut ausgewrungenen Tuch nachgewischt, um Reinigerreste zu entfernen, bevor die Kabine gut durchlüftet und getrocknet wird.
Hartnäckige Verfärbungen und Schweißflecken
Dunklere Flecken auf den Bänken, oft an Stellen mit direktem Hautkontakt, entstehen meist durch eine Kombination aus Schweiß und Hautfetten, die über längere Zeit ins Holz eingezogen sind. Leichtes, wiederholtes Abschleifen mit sehr feinem Schleifpapier kann solche Flecken in vielen Fällen abtragen, sollte aber nur auf unbehandeltem Holz und mit Bedacht erfolgen, um die Oberfläche nicht ungleichmäßig abzutragen. Bei großflächigeren oder sehr tief eingezogenen Flecken ist gegebenenfalls eine fachkundige Beurteilung sinnvoller als ein eigenständiger Reparaturversuch.
Was dem Holz schadet
Neben aggressiven Reinigungsmitteln schaden dem Saunaholz vor allem Lacke, Öle oder Versiegelungen, die die natürliche Atmungsaktivität der Oberfläche blockieren – Feuchtigkeit kann dann nicht mehr entweichen und staut sich im Material, was Quellungen oder Rissbildung begünstigt. Auch stehende Nässe, etwa wenn nasse Handtücher oder Textilien länger auf den Bänken liegen bleiben, weicht das Holz auf Dauer auf. Ebenso ungünstig ist starke, direkte Sonneneinstrahlung über Fenster, die das Holz einseitig austrocknen und ausbleichen kann.
Auch scharfe oder spitze Gegenstände, die versehentlich über die Oberfläche gezogen werden, hinterlassen Kratzer, in denen sich anschließend leichter Feuchtigkeit und Schmutz festsetzen. Wer regelmäßig Auflagen oder Handtücher auf die Bänke legt, sollte diese nach jeder Nutzung wieder entfernen, statt sie zwischen den Saunagängen dauerhaft auf dem Holz liegen zu lassen, da darunter die Belüftung der Oberfläche eingeschränkt wird.
Sonderfall Kopfstützen und Rückenlehnen
Kopfstützen und Rückenlehnen kommen besonders häufig in direkten Kontakt mit Haut und Haaren und benötigen daher tendenziell häufiger Aufmerksamkeit als die übrigen Flächen. Da sie oft aus dünneren, stärker profilierten Holzteilen bestehen, lohnt sich hier ein besonders vorsichtiges Vorgehen mit weichem Werkzeug, um feine Rillen und Kanten nicht zu beschädigen. Bei abnehmbaren Kopfstützen erleichtert es die Reinigung zusätzlich, das Teil kurz zu entnehmen und separat zu behandeln, statt in eingebautem Zustand um umliegende Bauteile herumzuarbeiten.
Wie oft gereinigt werden sollte
Eine leichte Reinigung mit Wasser und weichem Tuch empfiehlt sich nach jeder intensiveren Nutzung beziehungsweise in regelmäßigen, kurzen Abständen bei häufiger Nutzung. Eine gründlichere Reinigung mit speziellem Holzreiniger reicht in größeren Abständen aus, abhängig davon, wie stark und wie oft die Sauna genutzt wird. Wer die Sauna nur gelegentlich nutzt, kann sich an einem lockereren Rhythmus orientieren, sollte aber vor einer längeren Nutzungspause noch einmal gründlich reinigen.
In gemeinschaftlich genutzten Saunen, etwa in Vereinen oder kleineren Betrieben mit mehreren Nutzern am Tag, ist ein deutlich engmaschigerer Reinigungsrhythmus sinnvoll als in einer selten genutzten privaten Heimsauna. Hier hat es sich bewährt, eine feste Zuständigkeit und einen festen Rhythmus zu vereinbaren, statt die Reinigung dem Zufall zu überlassen.
Nach der Reinigung: richtig trocknen lassen
Nach jeder Reinigung ist ausreichendes Durchlüften entscheidend, damit die aufgenommene Feuchtigkeit vollständig entweichen kann, bevor die Kabine erneut genutzt oder geschlossen wird. Ein Restfeuchtegehalt im Holz begünstigt nicht nur Verformungen, sondern auch die Bildung von Schimmel in Fugen und Ecken – ein Thema, das der Beitrag Schimmel in der Sauna vermeiden ausführlicher behandelt.
Fazit
Saunaholz verzeiht keine aggressive Behandlung: Klares Wasser, weiche Werkzeuge und spezielle, milde Reiniger reichen für die meisten Verschmutzungen aus. Wer zusätzlich auf ausreichendes Trocknen und Lüften achtet, sorgt dafür, dass das Holz über viele Jahre hinweg stabil, hygienisch und angenehm in der Anwendung bleibt – ohne dass dafür aufwendige Spezialmittel oder häufige Nachbehandlungen nötig wären.
Weitere Beiträge finden Sie in der Rubrik Pflege, darunter die Anleitung, wie Sie den Saunaofen pflegen und die Steine tauschen.