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Pflege · 6 Min Lesezeit

Saunatextilien hygienisch halten: Handtuch, Kilt und Auflage

Saunatuch, Kilt und Auflage hygienisch halten: Waschtemperatur, Waschrhythmus, Trocknen, Lagerung und woran Sie erkennen, dass ein Tuch ausgetauscht werden sollte.

Handtücher, Kilts und Sitzauflagen kommen bei jedem Saunagang in direkten Kontakt mit Haut und Schweiß. Damit sie hygienisch bleiben und nicht selbst zur Geruchs- oder Keimquelle werden, braucht es einen passenden Waschrhythmus und die richtige Pflege. Dieser Beitrag erklärt, worauf es bei Saunatextilien ankommt.

Warum Saunatextilien besondere Hygiene brauchen

Anders als gewöhnliche Handtücher werden Saunatextilien unter Bedingungen genutzt, die Keimwachstum grundsätzlich begünstigen: hohe Luftfeuchtigkeit, Wärme und direkter Hautkontakt über einen längeren Zeitraum. Bleibt ein feuchtes Tuch nach der Nutzung länger liegen, statt zeitnah gewaschen oder zumindest ausgebreitet zu trocknen, verstärkt sich dieser Effekt zusätzlich.

Hinzu kommt, dass Saunatücher häufig direkt auf der Haut oder auf Bankauflagen verwendet werden, ohne dazwischenliegende Kleidung – der Kontakt ist damit unmittelbarer als bei den meisten anderen Textilien im Haushalt. Diese Kombination aus Feuchtigkeit, Wärme und direktem Hautkontakt macht eine konsequente, regelmäßige Wäsche wichtiger als bei gewöhnlichen Badetüchern.

Besonders in gemeinschaftlich genutzten Saunen kommt hinzu, dass Auflagen und Kilts von wechselnden Personen genutzt werden, wenn sie nicht selbst mitgebracht werden. Hier ist ein zuverlässiger, kurzer Waschrhythmus besonders wichtig, um die Textilien zwischen unterschiedlichen Nutzern hygienisch bereitzustellen.

Handtücher, Kilts und Auflagen: Materialien im Überblick

Saunatücher bestehen meist aus Frottee, Hamamgewebe oder Mikrofaser. Frottee ist voluminöser, wärmer und saugfähiger, trocknet dafür aber langsamer. Hamamgewebe ist leichter und trocknet schneller, nimmt dabei aber weniger Feuchtigkeit auf. Mikrofaser trocknet am schnellsten, fühlt sich auf erhitzter Haut jedoch anders an als klassisches Frottee.

Für die Sauna gilt grundsätzlich: Wer viel Wert auf ein klassisches, flauschiges Gefühl legt, ist mit Frottee besser bedient, während Hamamtücher sich eher für unterwegs oder bei häufigem Waschen anbieten, da sie schneller wieder einsatzbereit sind. Mikrofaser eignet sich vor allem dort, wo Packmaß und schnelle Trocknung im Vordergrund stehen, etwa auf Reisen.

Kilts, also Wickeltücher zum Umbinden, und Sitzauflagen bestehen meist aus ähnlichen Materialien wie Handtücher, sind aber kompakter geschnitten. Alle drei Textilarten haben gemeinsam, dass sie regelmäßigen, direkten Hautkontakt haben und entsprechend ähnlichen Hygieneanforderungen unterliegen, auch wenn sich die Pflege im Detail leicht unterscheiden kann.

Waschtemperatur und Waschmittel

Die meisten Baumwollmodelle unter den Saunatextilien lassen sich bei 60 Grad Celsius waschen, was für eine zuverlässige hygienische Reinigung im normalen Haushaltswaschgang ausreicht. Ein mildes, nicht zu stark parfümiertes Waschmittel ist ausreichend; von stark duftenden Waschmitteln ist eher abzuraten, da manche Nutzer starke Duftnoten in Kombination mit der Sauna-Hitze als unangenehm empfinden.

Vor dem ersten Waschgang lohnt sich ein Blick auf das Pflegeetikett des jeweiligen Produkts, da einzelne Materialien, etwa bestimmte Hamamgewebe, gegebenenfalls niedrigere Temperaturen empfehlen als klassisches Frottee. Im Zweifel gilt die Herstellerangabe als verbindliche Grundlage, nicht eine allgemeine Faustregel.

Wie oft sollten Saunatextilien gewaschen werden?

Handtücher und Auflagen, die in direktem Hautkontakt verwendet werden, sollten nach jeder Nutzung oder spätestens nach wenigen Anwendungen gewaschen werden, da sich Schweiß und Hautfette darin festsetzen. In gemeinschaftlich genutzten Saunen mit wechselnden Nutzern ist ein Waschgang nach jeder einzelnen Verwendung die hygienisch sicherste Variante.

Wer mehrere Handtücher oder Kilts im Wechsel besitzt, kann den Waschaufwand über die Woche verteilen, statt immer nur ein einzelnes Tuch zu nutzen und zwischendurch auf ein trockenes Ersatztuch angewiesen zu sein. Ein kleiner Vorrat an zwei bis drei Exemplaren erleichtert es, den empfohlenen Waschrhythmus auch bei häufigerer Saunanutzung praktisch einzuhalten.

In der privaten Heimsauna, wo dieselbe Person die Textilien wiederholt selbst nutzt, lässt sich der Rhythmus etwas lockerer gestalten, sollte aber ebenfalls nicht über zu viele Anwendungen hinweg aufgeschoben werden, besonders bei feuchtwarmer Zwischenlagerung.

Trocknen: was zu beachten ist

Nach dem Waschen sollten Saunatextilien vollständig durchtrocknen, bevor sie erneut verwendet oder zusammengelegt verstaut werden. Unvollständig getrocknete Textilien, die zusammengelegt gelagert werden, können bereits nach kurzer Zeit einen muffigen Geruch entwickeln, selbst wenn sie zuvor ordnungsgemäß gewaschen wurden.

Wer die Möglichkeit hat, die Textilien nach dem Waschen an der frischen Luft statt ausschließlich im Trockner zu trocknen, profitiert häufig von einem frischeren Ergebnis. Der Trockner selbst ist bei den meisten Baumwollmodellen unproblematisch, sofern die Herstellerangaben eingehalten werden.

Weichspüler und warum er ungeeignet ist

Weichspüler mindert die Saugfähigkeit von Frottee- und Baumwolltextilien dauerhaft, da er sich als feiner Film auf den Fasern ablagert. Für Saunatücher, deren Hauptzweck die Aufnahme von Feuchtigkeit ist, ist das kontraproduktiv – ein weichgespültes Tuch fühlt sich zwar zunächst angenehmer an, verliert aber genau die Eigenschaft, wegen der es überhaupt eingesetzt wird.

Wer ein besonders weiches Griffgefühl erreichen möchte, ohne die Saugfähigkeit zu beeinträchtigen, ist mit einem gründlichen Ausschütteln vor dem Trocknen und einer angemessenen Trockner- oder Lufttrocknung meist besser bedient als mit Weichspüler.

Lagerung zwischen den Anwendungen

Zwischen zwei Anwendungen sollten Saunatextilien stets trocken und gut belüftet gelagert werden, statt zusammengeknüllt in einer Tasche oder einem geschlossenen Schrank. Ein offener Haken oder eine Ablage mit ausreichend Luftzirkulation verhindert, dass sich Restfeuchte staut, selbst wenn das Tuch nach dem letzten Gebrauch bereits weitgehend trocken war.

In öffentlichen Saunen, wo Leihtextilien zwischen den Nutzungen zentral gelagert werden, ist eine gut belüftete, getrennte Lagerung von frisch gewaschenen und bereits benutzten Textilien besonders wichtig, um eine Vermischung zu vermeiden.

Textilien in öffentlichen und privaten Saunen

In öffentlichen Saunen bringen viele Gäste eigene Handtücher und Kilts mit, teils aus persönlicher Vorliebe, teils aus hygienischen Überlegungen gegenüber gemeinschaftlich genutzten Leihtextilien. Betriebe, die Textilien zur Verfügung stellen, sind entsprechend auf einen zuverlässigen, engmaschigen Waschrhythmus angewiesen, um die Hygieneerwartungen der Gäste zu erfüllen.

In der privaten Heimsauna liegt die Verantwortung dafür vollständig bei den Nutzern selbst – hier lohnt es sich, den eigenen Waschrhythmus einmal bewusst festzulegen, statt ihn allein vom Zufall abhängig zu machen, etwa indem er fest an einen bestimmten Wochentag gekoppelt wird.

Anzeichen für notwendigen Austausch

Auch bei sorgfältiger Pflege verlieren Saunatextilien mit der Zeit an Saugfähigkeit und Volumen. Anzeichen für einen sinnvollen Austausch sind ein deutlich dünneres, flacheres Gewebe im Vergleich zum Neuzustand, ein anhaltender muffiger Geruch trotz gründlicher Wäsche, oder sichtbare Löcher und ausgefranste Ränder, die sich nicht mehr reparieren lassen.

Wie schnell dieser Verschleiß eintritt, hängt stark von Nutzungshäufigkeit und Waschtemperatur ab: Häufiges Waschen bei hoher Temperatur erhält zwar die Hygiene zuverlässig, beansprucht das Gewebe aber auch stärker als seltenere Wäsche. Ein regelmäßiger Blick auf Griffgefühl und Saugfähigkeit hilft, den richtigen Zeitpunkt für einen Austausch zu erkennen, bevor das Tuch seinen eigentlichen Zweck kaum noch erfüllt.

Fazit

Saunatextilien bleiben hygienisch, wenn sie regelmäßig bei ausreichend hoher Temperatur gewaschen, vollständig getrocknet und ohne Weichspüler behandelt werden. Wer zusätzlich auf eine belüftete Lagerung zwischen den Anwendungen achtet, verlängert die Lebensdauer der Textilien und sorgt gleichzeitig für ein angenehmeres Nutzungserlebnis, ohne dass dafür großer Pflegeaufwand nötig wäre.

Weitere Beiträge finden Sie in der Rubrik Pflege – etwa dazu, wie Sie den Saunaofen pflegen und Schimmel in der Sauna vermeiden.

Häufige Fragen

Bei welcher Temperatur sollte ich Saunatücher waschen? +

Die meisten Baumwollmodelle lassen sich bei 60 Grad Celsius waschen; das Pflegeetikett des jeweiligen Produkts gilt im Zweifel als verbindliche Grundlage.

Warum sollte ich keinen Weichspüler verwenden? +

Weichspüler mindert die Saugfähigkeit von Frottee- und Baumwolltextilien dauerhaft, was dem eigentlichen Zweck eines Saunatuchs entgegenwirkt.

Wie oft muss ich mein Saunatuch waschen? +

Nach jeder Nutzung oder spätestens nach wenigen Anwendungen, da sich Schweiß und Hautfette im Gewebe festsetzen.

Woran erkenne ich, dass ein Saunatuch ausgetauscht werden sollte? +

An deutlich nachlassender Saugfähigkeit, anhaltendem muffigem Geruch trotz Wäsche oder sichtbaren Löchern und ausgefransten Rändern.

Ist Mikrofaser für die Sauna genauso geeignet wie Frottee? +

Mikrofaser trocknet schneller, fühlt sich auf erhitzter Haut aber anders an als Frottee. Welches Material besser passt, ist letztlich Geschmackssache.